Lesen und Schreiben sind keine Selbstverständlichkeit. Auch in der Schweiz gibt es eine
erhebliche Zahl von Jugendlichen und Erwachsenen, die keinen eigenständigen Zugang zur Schrift
haben.
Lese- und Schreibfähigkeiten sind aber wichtige Voraussetzungen für die aktive
Teilnahme an der Gesellschaft, für Erfolg und Befriedigung im Beruf, für die
alltägliche Kommunikation, den Umgang mit Zeitungen und mit neuen Medien, für die
persönliche Weiterbildung und schliesslich für den Genuss an Texten.
Der Zugang zur Schrift ist also ein Recht. Es muss für alle Menschen in unserem Land gelten
und mit geeigneten Massnahmen durchgesetzt werden, damit Bildung und ein lebenslanges Lernen allen
– und nicht bloss den ohnehin gut Ausgebildeten – offen steht. Angesichts des Risikos
einer zweigeteilten Gesellschaft muss dies ein zentrales Ziel sein. Damit es erreicht werden kann,
braucht es Anstrengungen auf allen Ebenen des Bildungs- und Kultursystems – in der Schule, in
ausserschulischen Institutionen und in der Weiterbildung.
LesenLireLeggere.ch ist das Ausgangsportal für ein entstehendes Netzwerk
«Illettrismus», lanciert vom Bundesamt für Kultur und realisiert vom Zentrum Lesen
der Pädagogischen Hochschule Aargau.
Das Portal führt Institutionen der Lese-, Schreib- und Sprachförderung sowie die
dafür massgebliche Forschung zusammen. Es
- erleichtert den Zugang zu den verschiedenen Stellen, die sich mit Lese- und
Schreibförderung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene befassen, und es bringt
Fachleute näher zusammen;
- informiert über neue Befunde und neue Erfahrungen aus den Bereichen der Prävention
sowie der Bekämpfung des Illettrismus;
- schlägt konkrete Massnahmen zur Lese- und Schreibförderung in den Sprachregionen
der Schweiz vor und macht Umsetzungsprojekte bekannt;
- macht schliesslich aufmerksam auf die noch ungelösten Fragen und auf fehlende
Grundlagen im Hinblick auf wirksame Massnahmen gegen Illettrismus; es regt Forschungsarbeiten an
und trägt zu deren Realisierung bei.
LesenLireLeggere.ch richtet sich an Kursleiterinnen und Kursleiter, an
Fachleute in Bibliotheken, an Lehrpersonen aller Stufen, an Forscherinnen und Forscher und
Dozierende in Universitäten und an Pädagogischen Hochschulen, an Bildungsverantwortliche
bei Bund, Kantonen und Gemeinden sowie an alle weiteren Interessierten.
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