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Lese- und Schreibschwäche kosten

Der UN Weltalphabetisierungstag vom 8. September erinnert daran, dass weltweit rund 860 Millionen Erwachsene nicht richtig lesen und schreiben können. Auch in der Schweiz ist Lesen und Schreiben keine Selbstverständlichkeit.

Gemäss der ALL-Studie verfügen 800'000 Schweizerinnen und Schweizer trotz Schulbildung über nur ungenügende Lesekompetenzen. Das Phänomen nennt sich Illettrismus. Es kommt in allen Gesellschaftsschichten vor, Menschen in guter beruflicher Stellung sind davon nicht ausgenommen. Dennoch gilt: Leseschwäche kann den Zugang zum Arbeitsmarkt erschweren und bewirken, dass Betroffene schneller entlassen werden. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, in eine prekäre Lebenssituation zu geraten. So lauten die Schlussfolgerungen der Studie des Büro BASS zu den volkswirtschaftlichen Kosten der Leseschwäche in der Schweiz.

Der Anteil der Leseschwachen an den Arbeitslosen beträgt 36 Prozent. Gemäss der Studie ist rund die Hälfte von ihnen aufgrund ihrer Leseschwäche erwerbslos. Dies kostet die Arbeitslosenversicherungjährlich 1'111 Millionen Franken. Die Sozialhilfekosten sind in dieser Schätzung nicht enthalten.

„Wenn 800'000 Erwachsene in der Schweiz nicht gut genug lesen können, um einen einfachen Text zu verstehen, besteht dringender Handlungsbedarf“, sagt André Schläfli, Direktor des Schweizerischen Verbandes für Weiterbildung (SVEB). Er fordert Bund und Kantone auf, das Thema „Illettrismus“ zur politischen Priorität zu machen, die Bevölkerung zu sensibilisieren und das Kursangebot zu verbessern. Nachholbedarf ortet der SVEB-Direktor auch bei der Wirtschaft: „Die Arbeitgeber sind zu motivieren, auch wenig qualifizierte Mitarbeitende zu fördern, was bis heute nicht geschieht.“

Informationen: www.alice.ch/weltalphabetisierungstag