Workshops
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Die thematische Fokussierung der Workshop erfolgt auf der Grundlage von Interviews mit 11 Vertreterinnen und Vertretern von Institutionen, die in der Prävention und der Bekämpfung von Illettrismus tätig sind. Die Workshops bilden die Ausgangslage für eine vertiefte Diskussion und den Austausch unter den Tagungsteilnehmenden.
Sie sollen:
- wichtigen Themen und den damit verbundenen Aktivitäten zusätzliche Impulse verleihen,
- Verbindungen aufzeigen zu Institutionen und Personen, die ausserhalb der gängigen
Alphabetisierungsarbeit stehen, für diese aber von Bedeutung wären,
- weitere Kooperationen unter den diversen Akteurinnen und Akteuren anregen.
Die Resultate der Workshops werden nach der Tagung zusammen mit weiteren Ergebnissen aus den Interviews zu einem Bericht zusammengefasst und allen Beteiligten zugeschickt und auf der Website www.lesenlireleggere.ch öffentlich zugänglich gemacht.
Die fünf Workshops
Die einzelnen Workshops richten sich zur Hauptsache am vorgegebenen Thema aus, bieten aber jeweils in einem zweiten Teil auch Gelegenheit, zur Diskussion weiterer Aspekte und Themen.
Workshop 1: Sensibilisierung und Illettrismus-Policy
Das durch diverse Studien belegte und in Fachkreisen längst bekannte Phänomen des Illettrismus in unserem Lande sucht immer noch die nötige Aufmerksamkeit. Das fehlende Bewusstsein in der Öffentlichkeit und bei politischen Entscheidungsträgern ist ein entscheidendes Hindernis im Kampf gegen Illettrismus. Gefragt sind eine einheitliche Illettrismus-Policy und eine wirksame Sensibilisierungskampagne.
Der Workshop nimmt folgende Fragen auf:
– Was sind unverzichtbare Elemente einer gesamtschweizerischen Illettrismus-Policy?
– Welche Ansätze sind vorhanden und wie können diese weitergeführt werden?
– Welche Kooperationen sind anzustreben, welche Institutionen müssen unbedingt dabei sein?
– Wer sind die möglichen Mittlerinnen und Mittler (intermédiaires) und wie werden sie erreicht?
– ...
Workshop 2: Weiterbildungsgesetz
Mit den neuen Verfassungsbestimmungen über die Bildung vom 21. Mai 2006 ist es dem Bund nun möglich, Grundsätze über die Weiterbildung festzulegen und Weiterbildung zu fördern, speziell auch bei Personen die bildungsfernen Kreisen angehören (aus der Botschaft des Bundesrates über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2008–2011). Aktuelle parlamentarische Vorstösse lassen hoffen, dass in Sachen Illettrismus-Bekämpfung weitere Schritte unternommen werden und dass diesem Problem im Rahmen eines Weiterbildungsgesetzes Rechnung getragen wird.
Der Workshop nimmt folgende Fragen auf:
– Stand der Arbeiten: Welche Funktionen soll das Gesetz erfüllen? Wer ist für die Erarbeitung des Gesetzes
verantwortlich? Wer ist an der Ausarbeitung beteiligt? Wie sieht der Zeitplan aus?
– Welche Erwartungen bestehen aus der Sicht der Illettrismusprävention und -bekämpfung an ein
Weiterbildungsgesetz?
– Was sind unverzichtbare Elemente eines solchen Gesetzes? Wie können diese Anliegen eingebracht
werden?
– ...
Workshop 3: Schnittstellen Öffentliche Hand – Arbeitgeber – Arbeitnehmer
Diverse Institutionen und kantonale Stellen sowie einzelne Branchenverbände unterstützen mit verschiedenen Angeboten (meist Sprachkursen) das Grundbildungsangebot von wenig Qualifizierten. Dies allerdings meist in einem genau definierten Rahmen und mit einschränkenden Auflagen. Die Angebote sind oft nur auf eine Zielgruppe ausgerichtet und anderen Interessierten nicht zugänglich.
Der Workshop nimmt folgende Fragen auf:
– Welche Projekte existieren und wie ist es zu diesen Projekten gekommen?
– Welches sind die Gelingensbedingungen für derartige Projekte?
– Wo gibt es Schnittstellen? Welche Schnittstellen könnten verstärkt genutzt werden?
– Welches sind die je spezifischen Bedürfnisse aus der Sicht der oben genannten Akteurinnen und
Akteure?
– Welche Kooperationsmöglichkeiten ergeben sich?
– ...
Workshop 4: Niederschwellige Zugänge
Eines der erkannten Probleme ist der Zugang zu Bildungsangeboten für die Betroffenen. Angebote für Kurse müssen für sie einfach erreichbar sein. Passend sind auch indirekte Zugänge über allgemeine (auch kulturelle) Angebote, bspw. von Bibliotheken oder Krippen. In der Schweiz wurden oder werden diesbezüglich diverse Projekte durchgeführt («Family Literacy», «Primano», «Bébé bouquine», «Lesestoff im Jugendtreff», ...). Interessant sind in diesem Zusammenhang aber auch Angebote für andere Altersgruppen.
Der Workshop nimmt folgende Fragen auf:
– Wer sind die Zielgruppen? Welche Zielgruppen stehen im Vordergrund und welche Profile haben sie?
Welche Zugänge passen auf welche Profile?
– Wie erreicht man die Zielgruppen?
– Welche Institutionen könnten zusammenarbeiten? Welche Kooperationsmöglichkeiten ergeben sich?
- ...
Workshop 5: Standards für die Angebote und die Qualifizierung sowie für die Weiterqualifizierung von Kursleitenden
Qualitätsstandards für die Bildungsarbeit mit von Illettrismus betroffenen Personen sind in der Schweiz und in Europa erst im Aufbau begriffen. Worauf Standards basieren sollten, wie sie lauten könnten, welche Akteurinnen und Akteure davon betroffen sein werden, wird in diesem Workshop zur Sprache gebracht.
Der Workshop nimmt folgende Fragen auf:
- Welchen Leistungsauftrag hat die Bildungsarbeit mit von Illettrismus Betroffenen, welche Wirkung muss sie entfalten?
- Wie können Qualitätsstandards im Bereich Illettrismus definiert werden?
- An welchen Standards orientieren wir uns heute in der Schweiz, welche sollen morgen gelten?
- Wie wird die Qualiät im Bereich Illettrismus im Ausland sichergestellt?
- ...
Änderungen vorbehalten.


