Illettrismus und Lebenslanges Lernen

Illettrismus – ein Phänomen unserer Zeit

Viel mehr Leute müssen viel mehr schreiben

Es gibt kaum eine berufliche Tätigkeit mehr, in der nicht geschrieben werden muss. Die Geschäftskorrespondenz gehört zum Alltag vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und liegt nicht mehr ausschliesslich im Aufgabenbereich der Sekretärin. Zusätzlich führen verschiedene Faktoren dazu, dass die Quantität der schriftlichen Dokumente zugenommen hat: Dadurch, dass das Drucken und Gestalten günstiger geworden ist, werden Werbe- und Informationsmaterialien häufiger erneuert; das Internet hat sich als neuer Kommunikationskanal etabliert; E-Mails ersetzen Telefongespräche; erhöhte Anforderungen an die Dokumentation oder die Qualität erfordern Rapporte, Berichte und Evaluationen.

dranbleiben und ständig dazulernen

Sprache verändert sich. Vieles kommt neu hinzu, Bekanntes veraltet. Auch wechseln viele Menschen im Verlaufe ihres Arbeitslebens den Beruf und müssen sich neue Fachbegriffe, einen neuen Formulierungswortschatz und Strategien und Regeln für andere Textsorten (z. B. Protokolle, Offerten) aneignen. Wer nicht regelmässig liest und schreibt, verlernt es.

wachsende Kompetenzen, wachsende Anforderungen

Illettrismus ist kein Problem sinkender Kompetenzen. Obwohl Langzeitstudien fehlen, weisen viele einzelne Erhebungen und Auswertungen darauf hin, dass die Lesekompetenzen junger Menschen stetig steigen. So lesen jüngere Erwachsene lesen beispielsweise laut ALL-Studie (Bundesamt für Statistik, 2007) besser als ältere Erwachsene. Auch der Prozentsatz der jungen Erwachsenen, die mindestens 1 Buch pro Jahr lesen, ist höher als bei älteren Personen (Bundesamt für Statistik: Kulturverhalten in der Schweiz, 2008).

Dass wir heute viel mehr „fehlerhafte“ Texte als früher sehen, ist nicht auf sinkende Kompetenzen zurückzuführen. Es hat damit zu tun, dass viel mehr Menschen, in viel kürzerer Zeit, viel mehr Texte und Textsorten schreiben.

Agenda

Mi 10. Apr
– 27. Jun 2020
Lehrgang für Kursleitende (Österreich): Basisbildung und Alphabetisierung
Do 2. Mai
– 2. Mai 2019
Le Printemps de l’alpha, consacré à la thématique de La rencontre.
Di 7. Mai
– 8. Mai 2019
AlphaDekade-Konferenz 2019: „Literalität und Teilhabe“ Erkenntnisse der LEO Studie 2018
Di 7. Mai
Bildungspolitische Tagung mit Guy Parmelin
Mi 5. Jun
– 7. Jun 2019
Annual Conference of the European Basic Skills Network (EBSN): Making it happen: from policy to implementation


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